Archiv für April 2009

1. Mai – Den Nazis Hannover zur Hölle machen

„1. Mai bleibt nazifrei – da hilft auch keine Polizei“
1 mai nazifrei
Auch in diesem Jahr wollen wir wieder nach diesem Grundsatz handeln und wie in den vergangenen Jahren den Nazis keinen Milimeter Platz geben. Vergangene Demonstrationen haben immer wieder gezeigt, dass die Polizei alles daran setzt Naziaufmärsche durchzuprügeln. Doch wir bleiben davon unbeeindruckt. Auch in diesem Jahr gibt es mehrere Konzepte die zentrale 1. Mai Demo der Nazis zu blockieren und zu verhindern. (klick für Konzept)
Auch aus NRW werden zahlreiche AntifaschistInnen nach Hannover fahren – auch wenn die Nazidemonstration bis dato verboten ist. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass das Verbot gekippt wird und die Nazis durch Hannover marschieren dürfen.
Aktuelle Infos gibt es immer hier: klick

Falls Ihr auch nach Hannover fahren möchtet, schließt Euch uns an!

We keep on movin!
[AAL]

25.04. Demo in Recklinghausen

Aufruf zur Demonstration am 25. April 2009 in Recklinghausen aus Anlass des 76. Todestages von Albert Funk:

Faschismus ist keine Meinung – Faschismus ist ein Verbrechen!
- Gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit! -

Wir halten aus Anlass des 76. Todestags von Albert Funk, Bergmann und Reichstagsabgeordneter der KPD, die Erinnerung an den Terror der Nazis gegen ihre politischen Gegner aufrecht.

Am 27. April 1933 wurde Albert Funk im Polizeipräsidium Recklinghausen von den Nazis durch unmenschliche Folter in den Tod getrieben. Am 2. Mai wurden im ganzen Reich die Gewerkschaftshäuser gestürmt und die Gewerkschaften verboten.

Wenige Monate vorher hatten rechte und konservative Kräfte entgegen allen Warnungen der Arbeiterparteien SPD und KPD den Hitler-Faschisten zur Macht verholfen.
Unterstützt wurde die Nazipartei durch einflussreiche Kreise der deutschen Wirtschaft und der Schwerindustrie…
Der Terror der Nazis richtete sich sofort gegen die organisierte Arbeiterbewegun..g, gegen Mitglieder der Gewerkschaften und der sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien.
In den Jahren 1933 bis 1945 wurden Zehntausende antifaschistischer Arbeiter von den Nazis verfolgt, gefoltert und ermordet.
Das Recklinghäuser Polizeipräsidium wurde zum Sitz der Gestapo-Leitstelle Nord. Von hier aus organisierten die Faschisten den Terror zuerst gegen die Organisationen der Arbeiterklasse.
Allein im Recklinghäuser Polizeipräsidium fanden drei Antifaschisten den Tod.
Hunderte Arbeiterinnen und Arbeiter aus dem Landkreis Recklinghausen wurden von dort aus nach grausamster Folter in die Konzentrationslager des Deutschen Reiches verschleppt.
Der Terror der Nazis richtete sich auch gegen aufrechte Christen, bürgerliche Oppositionelle,.. gegen alles, was „anders“ als die Nazis war. Die Mehrheit der jüdischen Bewohner der Stadt Recklinghausen wurden Opfer des faschistischen Rassenwahns. Große Teile der Bevölkerung schauten tatenlos zu.

Wir demonstrieren dafür,

-dass mit einer Mahntafel am Recklinghäuser Polizeipräsidium an dessen Funktion im Nazi-Reich und des Leids der hier inhaftierten AntifaschistInnen erinnert wird.

-dass im Recklinghäuser Stadtgebiet eine Straße nach Albert Funk benannt wird.

-dass in Recklinghausen eine Forschungs- und Informationsstätte für SchülerInnen und andere Interessierte zu Widerstand und Verfolgung im Nazi-Deutschland eingerichtet wird.

Wir demonstrieren gegen die Gewalttaten der heutigen Nazis, gegen die Überfälle brauner Verbrecher auf Menschen in Haltern und Marl, auf das AKZ und das linke Büro in Recklinghausen vor einigen Monaten.
Wir demonstrieren gegen unerträgliche Naziaufmärsche in Recklinghausen, auf denen Parolen wie „Juden raus“ skandiert wurden und der undifferenzierten Hetze gegen Bürgerinnen und Bürger die der islamischen Glaubensrichtung angehören.

Wir unterstützen die Forderung nach einem sofortigen Verbot der NPD, wissend, dass das allein nicht ausreicht.
Wir wehren uns gegen alle Formen des Rassismus und Ausländerfeindlichkeit.
Faschismus ist keine Meinung – Faschismus ist ein Verbrechen!

25.04.2009 //14 Uhr: Recklinghausen, Helene-Kuhlmann-Platz (am Rathaus)

klick für Aufruf des VVN-BDA-RE

18.04. D‘dorf – Der extremen Rechten entgegentreten! – Revisionisten vertreiben!

Für Samstag, den 18.4.2009, 12 Uhr, ruft die „Schutzgemeinschaft ‚Deutsche Heimat‘ der Deutschen aus Rußland e.V.“ gemeinsam mit dem „Freundeskreis der Rußlanddeutschen Konservativen“ zu einer Kundgebung am Düsseldorfer Landtag auf, um gegen die „Fälschung der Geschichte der Rußlanddeutschen und die Medienhetze“ zu protestieren. Diese NPD-nahen Gruppierungen wollen u.a. gegen den Abdruck einer Textpassage in einem Schulbuch demonstrieren.

ddorf

Der Koordinierungskreis antifaschistischer Gruppen aus Düsseldorf & Neuss ruft dazu auf, revisionistische Aktivitäten wie diese zu unterbinden und der extremen Rechten entgegen zu treten, ganz gleich unter welchem Deckmantel sie sich zeigt!

Kommt zur antifaschistischen Demonstration am 18.4.2009 um 10:30 Uhr ab Schadowplatz in Düsseldorf.
Keinen Fußbreit den Faschisten!

Konfetti statt Tränen

Für Daniel B., „Führer“ der Autonomen Nationalisten Ahlen, war der 09.04.09 sicherlich kein guter Tag. Draußen schien zwar die Sonne, im Gerichtssaal hingegen war die Luft drückend. Das Urteil für den 21- jährigen B.: 3 Jahre Jugendhaft ohne Bewährung. Der Staatsanwalt hatte 3 Jahre und 6 Monate gefordert, was in Anbetracht der Fülle an Straftaten, deren B. angeklagt war, sicherlich auch in Ordnung gegangen wäre. Dem 18- jährigen Mitangeklagten Dirk Splettstößer erging es mit zehn Monaten Jugendhaft auf Bewährung nur unwesentlich besser. Statt Tränen der KameradInnen gab es Konfetti von AntifaschistInnen.

Der Richter nahm sich rund 45 Minuten Zeit um das Urteil zu begründen und wies mehrmals daraufhin, dass das Urteil allein auf Grundlage der Vergehen und nicht der politischen Gesinnung wegen, gefällt wurde. Die Nazis behaupten jedoch genau das: Sie reden von Gesinnungsjustiz und verdrehen die Tatsachen. So heißt es auf der Homepage der AN Ahlen, dass B. wegen „[unter anderem] Volksverhetzung und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Symbole“ verurteilt wurde. Dies ist äußerst beschönigend. So wurde B. nicht nur wegen oben genannter Vergehen verurteilt, sondern vor allem auf Grund dessen hoher Gewaltbereitschaft. Entscheidend waren die vier teils schweren Körperverletzungen, die B. nachgewiesen werden konnten. Dirk Splettstößer hatte sich außerdem durch das Aufbrechen von Kleingartenanlagen, um an Bier zu kommen, und eine Körperverletzung an einem Polizisten, für das Gefängnis empfohlen. Ihm bescheinigte der Richter auch ein massives Alkoholproblem, trotz seiner erst 18 Jahre.
Während B. in Handschellen in den Gerichtssaal geführt wurde und relativ cool wirkte, sah es bei Splettstößer etwas anders aus. Er starrte durchgehend auf seine Finger, die er nervös massierte. Auch das bekannte Nazianwaltspärchen Picker und Zimmer, konnten daran und an der Strafe nicht ändern. Sie hatten versucht die Gewalttaten als Notwehr darzustellen, was jedoch auch für den Richter mehr als unglaubwürdig war.
Was in den Augen vieler antifaschistischer Prozessbesucher nicht nachvollziehbar war, war die Erklärung des Richters, dass sich für die Länge der Haft die zurückliegende Zeit der begangenen Straftaten, positiv auswirkte. Viel mehr zeigt die Dauer von knapp 3 Jahren, in denen die Straftaten begangen wurden, dass Daniel B. ein unverbesserlicher Nazi ist, der jede Person, die nicht seiner Meinung ist, körperlich anzugreifen versucht – dabei ist es ihm egal, ob es ein wehrloser Obdachloser in Bochum oder ein alter Bekannter ist, dem man mit einem Totschläger auflauert.
Als der Richter daraufhin wies, dass er in dem Fall, wenn ein Ausländer einen Nazi zusammenschlagen würde, er genau die gleiche Strafe verhängen würde, schüttelte B. den Kopf und verzog selbstsicher das Gesicht zu einer Grimasse, die zu verstehen geben sollte, dass er dies alles andere als glauben würde.
Dieser Meinung waren auch seine rund 40 KameradInnen, die ihre Solidarität mit den „Justizopfern“ B. und Splettstößer zeigen wollten, und „Freiheit für alle Nationalisten“ forderten. Anwesend waren unter anderem Sascha Krolzig samt Anhang aus Hamm, Michael Brück und Ingo Aßmann mit einem Bruchteil des NW Dortmunds, einige Neonazis aus Marl, Unna und dem Kreis Lippstadt. Diese begannen um ca. 13 Uhr schließlich zu demonstrieren, nachdem man bereits vorher versuchte AntifaschistInnen zu filmen und zu fotografieren. Den Nazis gelang es nun wirklich nicht ihr Anliegen lautstark an die Bürgerinnen und Bürger zu bringen. So fand um 12 Uhr auf dem Marktplatz eine bürgerliche Kundgebung mit ca. 500 TeilnehmerInnen unter dem Motto „„Gegen rechtsradikale Umtriebe – für ein tolerantes und liebenswürdiges Ahlen“ statt. Zudem begleiteten auf den ersten hundert Metern ca. 60 AntifaschistInnen die Strecke der Nazis und übertönten diese deutliche. Eine erfolgreiche Blockierung der Strecke wurde jedoch durch die Polizei verhindert. Um 14.00 war der Aufzug der Nazis, der größtenteils durch menschenleere Straßen ging, dann auch schon vorbei und die Nazis wurden in Züge und Taxis verfrachtet.
Der Abtransport mit Taxis erwies sich jedoch für die Taxifahrer wenig lukrativ. So gab es direkt nach Fahrtbeginn einen Auffahrunfall der beiden Taxis, welchen die anwesenden GegendemonstrantInnen mit reichlich Gelächter quittierten. Eine scheinbar fassungslose Polizistin fragte daraufhin „Wie kann man sich nur über so etwas freuen?“ Wie heißt es doch so schön „Schadenfreude ist die schönste Freude“ oder auch „Die Strafe folgt auf dem Fuß“.

Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass der 09.04. sicherlich ein alles andere als erfolgreicher Tag für die Ahlener Naziszene war. Ihre beiden umtriebigsten Mitglieder B. und Splettstößer werden erst einmal weniger in Erscheinung treten können, sodass es um die Zukunft der „ANA“ schlecht aussieht. Vor allem personell sind diese recht dünn besetzt und besteht inklusive SympathisantInnen in Ahlen aus maximal 10 Personen. Es bleibt abzuwarten inwiefern Ahlen für die organisierte Naziszene NRWs, bzw. des Ruhrgebiets, interessant bleibt und ob weitere „Soliaktionen“ erfolgen werden.

Nazis_Ahlen
Nazis_Ahlen
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15.04. Backyard Café Kamen

Nach dreimonatiger Pause ist es nun endlich wieder so weit: Am 15.04.2009 laden wir euch ein mal wieder im Backyard Café vorbei zu kommen.

Seit ein paar Monaten treibt eine Gruppierung die sich „Nationale Widerstand Unna“ nennt ihr Unwesen im Kreis Unna.
Die selbsternannten Freiheitskämpfer aus Unna zerstörten Scheiben am Parteibüro der Linken und am Gal-Zentrum (Backyard) und beschmierten einige Schulen mit ihren braunen Parolen.
Beim vom Ernst Barlach Gymnasium organisierten Konzert gegen Rechts in der Lindenbrauerei stellten sich die Neonazis vom „NWU“ provokant vor das Gebäude, um in trauter Eintracht mit Neonazis aus Dortmund und dem örtlichen NPD-Kreisverbandsvorsitzenden Hans Jochen Voß Flyer zu verteilen.

Wir möchten mit euch in einer gemütlichen Runde über die Anschläge und Schmiereien der Neonazis in den letzten Monaten im Kreis Unna diskutieren und überlegen was wir dagegen machen können.

Beginn ist wie immer um 19.00 h. Es wird warme und kalte Getränke für kleines Geld sowie Kekse und Kuchen geben.

Wir freuen uns auf euch!

Anmerkung: Wer gerne nach Kamen fahren möchte, aber nicht weiß wie und mit wem, kann sich gerne per Mail an uns wenden.

backyard cafe kamen