Rassistischer Ausgrenzung ein Ende bereiten – nicht nur in Lüner Fitnessstudios

In den Lüner Fitnessstudios „Fitness Hall“ (Horstmar) und „Health & Fitnesscenter“ (Alstedde) wird die Anzahl von „südländischen Männern“ begrenzt. Und zwar auf genau 150 pro Studio. Begründung dafür ist laut Geschäftsführer Ronny Mallwitz, dass „die südländischen Männer ein gewisses Temperament im Blut haben“. Auch gibt er offen zu, dass diese Praxis als „möglicherweise diskriminierend und rassistisch empfunden werden könnte“. Dies ist jedoch nicht nur „möglicherweise“ der Fall, sondern in der Tat nichts anderes als stumpfer Rassismus.

Die vorgeschobene Begründung, dass die Kunden fern blieben oder die „statistisch bewiesene“ hohe Zahlungsunfähigkeit „südländischer“ Männer sind nichts weiter als Ausreden, um den perfiden Rassismus zu beschönigen. Schlimmer noch als die Tatsache, dass diese Vorgehensweise sowohl in Fitnessstudios, als auch in Discos gang und gäbe ist und von den meisten Besuchern unterstützt wird. Viele Fitnessstudio Nutzer in Lünen kennen diese Regeln, schreiten aber nicht dagegen ein.
„Wer von Integration redet, gleichzeitig jedoch bestimmte Personengruppen vom gesellschaftlichen Leben fern halten will, befindet sich in einer widersprüchlichen Situation. Viele Menschen denken jedoch genau so. Die rassistische Grundhaltung in der Bevölkerung und die rassistische Alltagspraxis wiegen weitaus schlimmer, als Übergriffe von Neonazis.“, so Carsten Petterson, Sprecher der Antifa Lünen. Nach ihm ist der alltägliche Rassismus die Basis für Neonazis und andere Rassisten. Ihr Weltbild werde tagtäglich durch die Zivilgesellschaft bestätigt, sei es durch Begrenzungen für MigrantInnen in Fitnessstudios oder rassistische Hetzen vom NRW Minister Jürgen Rüttgers. Hinzu kommen zahlreiche Sondergesetze, die MigrantInnen, Asylsuchenden und Flüchtlingen das Leben zur Hölle machen. Petterson: „Die tagtägliche Ausgrenzung, die viele MigrantInnen erfahren, sind der Grund für eine „misslungene Integration“, wenn man überhaupt von einer solchen sprechen kann.“
Die Herkunft spielt für das individuelle Verhalten einer Person keine Rolle, sie ist viel mehr vollkommen zufällig und willkürlich. Wer sich das Recht heraus nimmt im Vorfeld den Charakter und das Verhalten eines Menschen auf Grund dessen Herkunft zu bestimmen, handelt nach einer völkischen Ideologie, wie die der Nazis. Der Verweis darauf, man müsse diese Maßnahmen durchführen, da man sonst keinen Profit erzielen würde ist zum Einen sehr unwahrscheinlich und erst recht kein Grund für den Ausschluss bestimmter Personengruppen.
„Wir appellieren an die MitarbeiterInnen jede Person aufzunehmen, unabhängig von deren Nationalität, Geschlecht und Herkunft. Des Weiteren fordern wir die Fitnessstudio Besucher auf, das Gespräch mit Herrn Mallwitz und anderen FitnessstudiobesucherInnen zu suchen, um der rassistischen Ausgrenzung ein Ende zu bereiten. Gleichzeitig sollte dieser Fall auch zum Nachdenken anregen, eigene Denk- und Handlungsmuster und Rassismus in anderen Lebenslagen, z. B. Job oder Schule, zu hinterfragen und zu kritisieren.“, lautet der abschließende Appell Pettersons.

Zusammenhang zwischen Rassismus und Kapitalismus:
http://no-racism.net/article/24/
http://www.trend.infopartisan.net/trd0304/t150304.html

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2 Antworten auf “Rassistischer Ausgrenzung ein Ende bereiten – nicht nur in Lüner Fitnessstudios”


  1. 1 NPD KV UNNA / HAMM 11. September 2009 um 0:27 Uhr

    Darf er denn auch “ Nazis“ aufnehmen, oder hört da die Toleranz auf?

  2. 2 Administrator 12. September 2009 um 15:28 Uhr

    Sowas aber auch. Diese armen Nazis.

    Die Frage ist eher ob es was mit Toleranz zu tun hat, Menschen, die die versuchte industrielle Vernichtung einer ganzen Volksgruppe verherrlichen und propagieren, zu akzeptieren. Wer Menschen aufgrund primärer Merkmale und Eigenschaften wie Herkunft und/oder Religion benachteiligt oder angreift, hat keine Toleranz verdient.
    Kümmert euch lieber um euren „Wahlkampf“, statt mit Begriffen zu spielen und Tatsachen zu verdrehen. Aber aus viel mehr besteht euer Wahlkampf ja auch nicht.

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