Folgender Text wurde von Mitgliedern der Antifa UNited verfasst, einem Netzwerk von Antifa Gruppen im Kreis Unna. Er soll einen kurzen Überblick über Organisierung, Selbstverständniss und Tätigkeit unserer Gruppen bieten. Als Teil der Antifa UNited trifft dieser Text selbstverständlich auch auf uns zu – ist aber wie gesagt lediglich ein kurzer Überblick. Wer weitere Informationen zu unserer Gruppe, bzw unserer Arbeit haben möchte, meldet sich am besten hier bei uns. Der Text ist auch als Broschüre, zB bei einem unserer Infotische erhältlich.

Gegen rechte Strukturen vorgehen!

Antifa heißt erst mal allgemein gegen rechte Strukturen vorzugehen. Wenn wir als Antifa gegen das Erstarken faschistischer Tendenzen in Staat und Gesellschaft aktiv werden wollen, dann kämpfen wir zu aller erst gegen die organisierten NeofaschistInnen. Dabei wenden wir uns nicht nur gegen Naziskins, Neonazikameradschaften und Parteien wie die NPD, sondern auch gegen alle, die zwar nicht gerade dem Klischee eines „typischen“ Nazis entsprechen, aber eindeutig faschistische Politik machen oder rassistische Positionen vertreten.
Antifaschismus bedeutet auch gegen die Einstellungen und Weltanschauungen vorzugehen, die hinter der extrem rechten Ideologie stecken: Antisemitismus (Judenhass), Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Homophobie (Diskriminierung/Unterdrückung anderer aufgrund der gelebten Sexualität), Nationalismus, Militarismus und autoritäres Denken bzw. bedingungslose Unterordnung unter Autoritäten.

Aktiv werden!
Wir greifen dort ein, wo Nazis in die Öffentlichkeit treten. Wir werden dort aktiv, wo uns und anderen die Freiheit beschränkt und Menschen unterdrückt oder diskriminiert werden. Gegen rechte Strukturen vorzugehen bedeutet also nicht nur immer dann aktiv zu werden, wenn Nazis hetzen, wenn sie versuchen sich zu organisieren oder Aufmärsche anmelden, sondern auch gegen rechte Strukturen in den Köpfen vorzugehen. Bruchstücke extrem rechter Ideologie sind auch in der anderen Teilen der Gesellschaft zu finden. Diese gesellschaftlichen Verhältnisse sind eine Bedingung für das Entstehen extrem rechter Ideologie.

Faschismus bekämpfen!
Wir wissen aber auch, dass ein Wiedererstarken des Faschismus nicht alleine durch Aufklärung oder die Bekämpfung der neofaschistischen Organisationen verhindert werden kann. Die gesellschaftlichen Verhältnisse müssen sich grundlegend verändern. Sie müssen so eingerichtet werden, dass eine Herrschaft des Faschismus unmöglich gemacht wird.

Unser Ziel ist eine klassenlose und herrschaftsfreie Gesellschaft. Eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Wir wollen ein gutes Leben für alle! Der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte, seine Überwindung ist angesichts der sozialen und ökologischen Katastrophen, die er täglich anrichtet notwendiger denn je.

Wir brauchen kein Parteibuch…
Die Antifaschistische Aktion ist keine Partei und keine politische Organisation im üblichen Sinne. Wir wollen nicht gewählt werden (uns kann mensch auch nicht wählen, ihr könnt nur wählen mitzumachen) und wollen auch nicht an die Macht, wir wollen nicht regieren. Wir lehnen Herrschaft des Menschen über den Menschen prinzipiell ab. Deshalb arbeiten wir auch in unserer Gruppe ohne Hierarchien. Es gibt keinen Chef, keine Vorsitzende und keine Posten zu vergeben. Wir sind eine unabhängige Gruppe. Wir arbeiten nicht mit staatlichen Organen zusammen und bekommen auch kein Geld von diesen.

…und auch kein Bundesvorstand
Andere Antifa-Gruppen arbeiten nach ähnlichen Prinzipien. Dennoch gibt es keine übergeordnete Struktur der Antifa-Gruppen, kein Bundesvorstand o.ä. Verschiedene Gruppen organisieren sich in Netzwerken und Zusammenschlüssen, andere arbeiten weitgehend alleine. Keine Antifa ist wie die andere, genauso wie jeder Mensch innerhalb den verschiedenen Gruppen unterschiedlich ist . Im Kreis Unna haben sich verschiedene Antifa-Gruppen zur Antifa-UNited zusammengeschlossen. Wir sind aber auch in überregionalen Netzwerken aktiv.
Think global – act local!

Der Schwerpunkt des politischen Wirken der Antifa-UNited liegt auf lokaler Ebene; vor „unserer Haustür“ werden wir aktiv. Wir mischen uns aber auch überall dort ein, wo wir es als nötig erachten, unterstützen z.B. über-regionale oder internationale Mobilisierungen.

Hey Ho, let’s go!
Bei uns in der Gruppe ist jede und jeder herzlich Willkommen, egal wie alt sie oder er ist. Wir wissen, dass mensch nicht immer einer Meinung sein kann. Das ist völlig normal und auch wichtig. Gegensätze und unterschiedliche Auffassungen und Meinungen wollen wir – falls nötig – innerhalb der Gruppe diskutieren. Bei Diskussionen soll niemandem eine Meinung aufgedrängt werden. Gespräche, Diskussionen und natürlich Aktionen bringen mit der Zeit immer mehr Erfahrung und Wissen. Unsere Stärke sind unsere Unterschiedlichkeiten, genau wie unsere Gemeinsamkeiten.

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